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Ausgewählte Erklärungen des Arbeitskreises und der KLAK
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*Wenn im Text die Rede von "Israel" und "Palästina" ist, dann ist gemeint: "Israel": der Staat Israel in den Grenzen von Anfang 1967; "Palästina": die Gebiete des Westjordanlandes und des Gazastreifens
Auf Informationsreise in IsraelDer Vorstand des "Evangelischen Arbeitskreises Kirche und Israel in Hessen und Nassau" unter Leitung von Pfarrer Ulrich Schwemer, Heppenheim, besuchte vom 2. bis 9. April 2002 Israel. Dem Vorstand gehören an: Pfarrerin Silke Alves, Pfarrer Rudolf Weber, beide Frankfurt, Pfarrer Otto Schenk, Wiebelsbach und Studienrat Hans-Georg Vorndran, Büttelborn. Dem Vorstand war es wichtig, den jüdischen wie den arabischen Freunden in Israel seine Verbundenheit zum Ausdruck zu bringen. Nahezu tägliche Meldungen über Selbstmordanschläge palästinensischer Attentäter und über Gegenschläge Israels ließen den Arbeitskreis schon seit längerer Zeit geplante Gruppenfahrten nach Israel absagen. Bestimmt von der Nachrichtenlage in Deutschland, die eine das ganze Land prägende Kriegssituation erwarten ließ, wurden die Vorstandsmitglieder in rund 20 Begegnungen und Gesprächen auch von einer anderen Wirklichkeit überrascht: Zwar waren alle Gespräche ohne Ausnahme von der schier ausweglosen Situation in dem Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern in der Westbank und im Gazastreifen bestimmt. Dennoch unerwartet war der eindeutige Wille sowohl der israelischen jüdischen wie arabischen Gesprächspartner, gemeinsame Projekte der Friedens- und Sozialarbeit trotz der gegenwärtigen Spannungen aufrecht zu erhalten. So begegnete der Vorstand einer lebendigen, dynamischen und offenen Arbeit eines Community-Centers in Akko und weiterhin aktiver Projekte des Leo-Baeck-Erziehungszentrums in Haifa mit arabischen und jüdischen Kindern, Jugendlichen und Familien. Selbst in dieser Zeit verzichten Menschen nicht auf Visionen einer neuen Epoche nach dem Krieg. Es war allerdings nicht zu übersehen, dass die Erwartungen von Juden wie von Arabern sehr unterschiedlich waren, da sie die Gründe für den Konflikt unterschiedlich sehen. Alle waren sie persönlich betroffen, ob sie von Unrecht während der Aktionen der israelischen Armee berichteten oder vom Tod der Schülerin Edi Schiran und den schweren Verletzungen ihrer Eltern - die Mutter ist Lehrerin an der Leo-Baeck-Schule: Sie alle hatten in dem Cafe in Haifa gesessen, auf das in der Pessachwoche ein Selbstmordattentat verübt wurde. In Anbetracht der Fülle der Anschläge im ganzen Land sprach der neue deutsche Propst der evangelischen Erlöserkirche in der Jerusalemer Altstadt, Martin Reyer, von einem "Kreuzweg der Attentate", den die Menschen inzwischen in Jerusalem und anderswo gehen müssen. Wurden die Vorstandmitglieder auf der einen Seite durch die Begegnungen zwischen Akko und Beer Schewa, Tel Aviv und Jerusalem durch den Willen zur Fortsetzung der Versöhnungsarbeit ermutigt, so mussten sie auf der anderen Seite feststellen, dass es aus den Kriegsgebieten keine verlässlichen Nachrichten gibt. Bilder im Fernsehen verlieren ihre Beweiskraft durch gegensätzliche Deutung. Berichterstatter sind auf die Informationen angewiesen, die sie per Telefon erhalten und die bis in die Wortwahl vom jeweiligen Interesse des Informanten bestimmt sind. Hoffnung auf Lösungen des Konfliktes im Ganzen konnte der Vorstand des Evangelischen Arbeitskreises kaum ausmachen. Zu hoffen aber bleibt, dass die vielen kleinen Zeichen von Verständigung und Kooperation eines Tages auch in der Politik wieder Einzug halten. 10.4.2002Rückfragen und Anforderung von digitalem Bildmaterial bei: Hans-Georg Vorndran, Mainzer Straße 94a, 64572 Büttelborn, Tel. 06152-53604, Fax 06152-58592 Einen ausführlicheren und bebilderten Bericht lesen Sie hier
Das Gedenken nicht vergessenAnlässlich des 27. Januar, des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus, warnt der "Evangelische Arbeitskreis Kirche und Israel in Hessen und Nassau", Heppenheim, davor, nationalsozialistische Gewalt und ihre Folgen zu vergessen. Menschen wurden wegen ihrer religiösen Herkunft, sozialen Stellung, Zugehörigkeit zu Minderheiten und ihrer politischen Gesinnung ausgegrenzt, verfolgt und ermordet. Der Arbeitskreis fordert dazu auf, das Schicksal dieser Menschen nicht zu vergessen und Folgerungen für das Zusammenleben verschiedener Menschen und Menschengruppen in unserer Gegenwart zu ziehen. Die Folgen des Terrorangriffs in New York und die schreckliche Spirale der Gewalt im Nahen Osten sollten die Erkenntnis nicht verdrängen, dass unser gesellschaftliches Zusammenleben von Vorurteilen, reaktionären Meinungen und mangelnder Bereitschaft, andersartige Lebensformen zu akzeptieren, belastet ist. Der 27. Januar mahnt uns, alles daran zu setzen, solcher Entwicklung entgegen zu wirken. Rechtsextremismus, Antisemitismus, Islamfeindlichkeit und Fundamentalismus politischer wie religiöser Art vergiften den Boden für ein Leben in Nachbarschaft und Achtung füreinander. Da der 27. Januar in diesem Jahr ein Sonntag ist, bittet der Ev. Arbeitskreis die Kirchengemeinden, diese Herausforderungen inhaltlich zum Gegenstand des Gottesdienstes machen. Der Arbeitskreis bietet zu diesem Tag eine Arbeitshilfe unter dem Titel "Gegen das Vergessen" an (Tel: 06252-71270).KLAK schreibt an jüdische Gemeinden und Zentralrat- An den Vorsitzenden des Zentralrates der Juden in Deutschland, Herrn Paul Spiegel- An die Landesverbände der jüdischen Gemeinden in Deutschland - An die Jüdischen Gemeinden in Deutschland FAXBRIEF Heppenheim, 7. Oktober 2000 Sehr geehrter Herr Spiegel,sehr geehrte Damen und Herren, am Vorabend des Jom Kippur drücken wir Ihnen unsere tiefe Betroffenheit über die zunehmende Gewalt gegenüber Synagogen, jüdischen Friedhöfen und gegenüber Menschen aus, die aus menschenverachtenden Überzeugungen heraus erniedrigt, geschlagen und getötet werden. Wenn auch der Rechtsextremismus in den vergangenen Jahrzehnten latent immer vorhanden und manifest war, ist er nun seit einigen Jahren in unserem Land derart unverfroren aufgetreten, dass sich alle Demokraten und gesellschaftlich verantwortlichen Gruppen wehren müssen. Als Kirche, die selber durch Antijudaismus und Judenfeindschaft eine der Wurzeln bildete, die den Antisemitismus speist, haben wir die Verpflichtung, allen Anfängen von rechtsextremer Gewalt zu wehren. So werden wir auch öffentlichen Äußerungen von Politikern, die niedere Instinkte von Fremdenfeindlichkeit im Volk aus wahltaktischem Kalkül bedienen, entgegentreten. Wir werden uns auch in Zukunft gegen die Verharmlosung der nationalsozialistischen Verbrechen wehren und den Versuch bekämpfen, Erinnerungen an die Shoa als "moralische Keule" zu desavouieren. Wir sehen deshalb unsere Aufgabe darin, in Schule und kirchlicher Bildungsarbeit Wissen über jüdische Geschichte und Gegenwart zu vermitteln. In Arbeitsgruppen zu lokaler Geschichte, in Besuchen von ehemaligen Konzentrationslagern, vor allem im Kontakt mit jüdischen Gemeinden und in Begegnungen in jüdischen Gemeindezentren können wir sowohl die dunklen Seiten der Geschichte unseres Landes kennen lernen als auch lebendiges, jüdisches Gemeindeleben erfahren. Wir können hierbei auch das Judentum als unverzichtbaren Teil unserer Gesellschaft begreifen lernen. Wir versichern Ihnen, dass für uns die weitere und wachsende Präsenz jüdischer Gemeinden in Deutschland besonders wichtig ist. Wir verstehen die Ängste der jüdischen Gemeindeglieder vor sich steigerndem Antisemitismus. Wir sind betroffen von Überlegungen von Jüdinnen und Juden, ob sie auch in Zukunft noch in Deutschland leben können. Wir drücken Ihnen deshalb unsere besondere Solidarität und unser Mitgefühl in diesen schweren Tagen aus, verbunden mit dem Wunsch, dass ein angstfreies Leben von Jüdinnen und Juden in Deutschland möglich wird. Wir wünschen Ihnen gesegnete und friedliche Feiertage. (Ulrich Schwemer, Pfarrer,Vorsitzender der KLAK)
Der Abend wird eröffnet von dem evangelischen Theologen Professor Martin Stöhr, Bad Vilbel. Daniel Kempin aus Gau-Algesheim, singt Lieder aus der jüdischen Tradition, Autorinnen und Autoren der Menora-Medienmappe erläutern Beispiele mithilfe von Texten und Bildern. 1956 schenkte die britische Labour-Party dem jungen israelischen Staat diesen siebenarmigen Leuchter. Der in Dortmund geborene Bildhauer Benno Elkan, der auch lange Jahre in Frankfurt gelebt hat, schuf dieses Bronzeobjekt in der Emigration in London.
Die 29 Reliefs erzählen die Geschichte des jüdischen Volkes im Land Israel und in der Diaspora durch die Jahrtausende. Eine internationale Gruppe von jüdischen und christlichen Autorinnen und Autoren erläutert alle einzelnen Motive, hat interessante Materialien aus dem Talmud, der Literatur und der Kulturgeschichte ausgewählt und läßt damit teilhaben an der faszinierenden Geschichte Israels.
Die Medienmappe, mit deren Hilfe diese Geschichte erzählt wird, besteht aus vier Teilen: einem Lese- und Arbeits-Buch von ca. 300 Seiten, in dem alle Einzelmotive mit großformatigen Fotos abgebildet sind und erklärt werden; einem Diastreifen und Overhead-Folien. Die Fotos wurden von Hans-Georg Vorndran, Groß-Gerau, extra für dieses Projekt fotografiert. Vierter Bestandteil der Medienmappe ist eine Multimedia-CD-ROM, die mit einem Internet-Browser gelesen werden kann. Sie enthält neben den Texten und Fotos des Buches noch viele zusätzliche Abbildungen und Texte, außerdem mehrere zu den Motiven passenden Lieder, vorgetragen von Daniel Kempin. Die Medienmappe ist hervorragend geeignet für Schule und Erwachsenenbildung.
Die Veranstalter freuen sich, wenn Sie diesen Termin wahrnehmen können.
Besprechungsexemplare fordern Sie bitte beim Verlag Erev-Rav an, Tel./Fax
0581-77666
Man sagt:
Und man sagt:
Jedoch:
Dieser gesetzlich geschützte wöchentliche Ruhetag soll jedem Bürger persönliche Entspannung, das Erleben selbstgewählter Gemeinschaft und religiöse Besinnung ermöglichen. Dieses Recht auf den sonntäglichen Ruhetag darf nicht durch Interessen von Produktion oder Konsum eingeschränkt werden. Andernfalls würden Menschen heute wieder zu Sklaven anderer Menschen und fremder Interessen gemacht. Dem widersprechen nicht die Arbeiten, die lebensnotwendigerweise und dem Sinn des Ruhetages dienend, geleistet werden müssen.
Womit begründen wir unsere Position?
Christen haben den Sonntag als Auferstehungstag anstelle des Sabbats zum wöchentlichen Ruhetag gemacht. Gleichwohl hat der Sonntag sein Fundament im Sabbat. Mit ihm spricht die Bibel der ganzen Schöpfung, Männern wie Frauen, Herren wie Sklaven, Freiheitsrechte zu, unabhängig von Religion und Herkunft. Ökonomische Notwendigkeiten haben in der biblischen Tradition den Werten von Freiheit, Gerechtigkeit und Liebe zu dienen, nicht umgekehrt. So bewahrt dieser Ruhetag, der sich auch gegen ökonomische Interessen durchsetzt, soziale Orientierung, Menschlichkeit und Freiheit.
Heppenheim, 1.10.1999
In Erinnerung bleibt ein Vertreter des deutschen Judentums, der trotz seines eigenen und seiner Familie schweren Schicksals, trotz der tiefen Erniedrigung und Vernichtung der Juden in den Konzentrationslagern offen war für einen neuen Anfang in der deutschen Gesellschaft. Seine Freundlichkeit, sein Humor und seine feine Ironie waren Kennzeichen der Begegnungen. Über lange Zeit waren sie getragen von der Hoffnung, das Verhältnis von jüdischen und nichtjüdischen Deutschen verbessern und vertiefen zu können.
Umso schmerzhafter ist die Selbsteinschätzung von Ignatz Bubis kurz vor seinem Tod, als er sein Wirken in der deutschen Gesellschaft als wirkungslos bezeichnete. Seine Worte sind zugleich eine kritische Anfrage an die Kirchen, ob sie genug getan haben, die Front derer zu durchbrechen, die die Vergangenheit hinter sich lassen wollen, die sich vom Gedenken an den Holocaust gestört fühlen, die - wie der Schriftsteller Walser - von einer "Moralkeule" des Gedenkens sprechen.
Der Tod von Ignatz Bubis an der Schwelle zum nächsten Jahrtausend ist Auftrag, seine Mahnungen und Hoffnungen in das neue Jahrtausend weiterzutragen: Erinnern hat kein Ende hat und nur aus Erinnern kann eine neue Gesellschaft wachsen.
Die "Konferenz Landeskirchlicher Arbeitskreise Christen und Juden (KLAK)" trauert mit den jüdischen Gemeinden Deutschlands um einen bedeutenden deutschen Juden.
Ulrich Schwemer, Pfarrer
Heppenheim, den 27. März 1997
Sehr geehrter Herr Dr. Schäuble,
was muß erlaubt sein? Muß es tatsächlich erlaubt sein, wie Herr Abgeordneter Julius Louven gemäß Zitat aus der "Frankfurter Rundschau" vom 26. März 1997 sagt, "darüber nachzudenken, wie man die Ausländerbeschäftigung zurückdrängt"? Und ist es dann auch erlaubt, darüber nachzudenken, wieviel Juden man noch ins Land läßt?
Man denkt über Zurückdrängung von Ausländerbeschäftigung in Deutschland nach. Und unversehens stehen da plötzlich auch die Juden mit auf einer Streichliste von Sozialpolitikern der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Sie beziehen zuwandernde Juden aus Osteuropa in ihr Kalkül für die Lösung der Arbeitslosigkeit in Deutschland ein. Sie glauben offensichtlich, das muß jetzt erlaubt sein. Das heißt wohl auch, nach über fünfzig Jahren seit Kriegsende ist es für einige Politiker erlaubt, Juden wieder kontingentieren, ausgrenzen, abstempeln zu können.
Nicht genug, daß aufgrund der seit Bestehen der Bundesrepublik höchsten Arbeitslosigkeit in Deutschland nun wieder Ängste vor und Feindseligkeit gegenüber Ausländern geschürt werden. Nun werden sich auch wieder diejenigen bestärkt fühlen, die mit dumpfem Rassismus schon immer die Juden überzogen.
Gewiß, für die junge Generation ist das "Dritte Reich" Geschichte. Sie kennt diese Zeit nicht aus Erzählungen von Eltern oder Großeltern, sondern nur noch aus den Geschichtsbüchern. Deshalb dürfen aber Politiker einen latenten Rassismus und Antisemitismus nicht übersehen und ihm keinen Vorschub leisten. Wissen sie wirklich nicht, was sie mit Überlegungen anrichten, die den Präsidenten des Zentralrates der Juden, Ignatz Bubis, an die Judenräte von 1940 erinnert sein lassen. Oder muß man sogar annehmen, daß dies alles mit einkalkuliert wird?
Nachdem durch Deutsche Millionen von Juden umgebracht wurden, nachdem hunderte jüdischer Gemeinden in Deutschland vernichtet wurden und heute noch bestehende, leere Synagogengebäude zu Museen und Gedenkstätten umgewidmet werden, gibt es kein moralisches Recht, über eine Begrenzung von jüdischen Zuwanderern zu diskutieren. Dies gilt vor allem, wenn man seine eigenen ethischen Wurzeln im Christentum findet und sich als Christ der deutschen Vergangenheit stellt.
Wir fordern Sie und die CDU/CSU-Bundestagsfraktion auf, sich eindeutig von derartigen Überlegungen zu distanzieren und das politische Handeln weiterhin an der Verantwortung vor der deutschen Geschichte zu messen.
Im Namen des Vorstandes der "Konferenz Landeskirchlicher Arbeitskreise Christen und Juden"
Mit freundlichen Grüßen
gez. U. Schwemer, Pfarrer 16. März 1996
Viele Menschen hatten gehofft, daß die Spirale der Gewalt im Nahen Osten mit dem beginnenden Friedensprozeß endlich durchbrochen sei. Trotz des Mordes an dem israelischen Premierminister Jizchak Rabin waren in Israel und in der Welt auch zögernde Menschen überzeugt, daß es zum Frieden keine Alternative gebe. Nun sind bei vielen die Zweifel wieder gewachsen, ob ein friedliches Zusammenleben von Juden und Arabern in Israel gelingt.
Umso wichtiger ist es daher, die Menschen im Nahen Osten, mit denen wir verbunden sind, in dieser schweren Zeit nicht allein zu lassen. Viele wollen trotz allem am Weg des Friedens festhalten. Ihnen stehen wir solidarisch zur Seite. Doch auch mit denen, die angesichts der Terroranschläge augenblicklich keinen Weg zum Frieden mehr sehen, wollen wir über ihre Ängste im Gespräch bleiben und die tatsächliche Bedrohung jedes einzelnen Lebens sowie auch des Staates Israel ernst nehmen. Wir hoffen, daß die offiziellen Organe sowohl Israels als auch der palästinensischen Autonomiebehörde die richtigen Maßnahmen ergreifen werden, den Terror zu unterbinden, ohne den Weg zum Frieden zu verschließen.
Wir sind uns bewußt, daß hierzu auch bittere Einschnitte in das öffentliche Leben gehören können. Wenn der israelische Dichter David Grossman sagt: "Hamas drängt uns eine kurzsichtige, hysterische, aggressive und feige anmutende Denkweise auf" (Die Zeit, Nr.11, 8.3.96), kommt hierin die ganze Tragik der gegenwärtigen Situation zum Ausdruck. Daneben steht aber auch die Hoffnung des diesjährigen Preisträgers der "Buber-Rosenzweig-Medaille", Prof. Dr. Josef Walk, daß aufgrund biblischer Zeugnisse eine Erziehung zum Frieden auch in schwieriger Zeit möglich ist (Vortrag in der ehemaligen Synagoge Hemsbach/Bergstr.).
Die "Konferenz Landeskirchlicher Arbeitskreise Christen und Juden" bittet ihre jeweiligen Kirchenleitungen und alle Kirchengemeinden, sich auch in Zukunft nach ihren Möglichkeiten für den Frieden im Nahen Osten einzusetzen. Sie bittet alle Gruppen, die Kontakte zu Juden oder Palästinensern unterhalten, ihre Gesprächspartnerinnen und -partner zu ermutigen, gegen allen Terror Wege zum Frieden zu suchen.
Die Pfarrerinnen und Pfarrer bitten wir, in den Gottesdiensten der Menschen zu gedenken, die in diesen Wochen besonders von Terrorakten bedroht sind. Als Einfügung in das Fürbittengebet schlagen wir vor:
Die Konferenz Landeskirchlicher Arbeitskreise "Christen und Juden" (KLAK) im Bereich der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hat sich auf ihrer Delegiertenversammlung in Berlin am 17. Januar 1996 für ein deutliches "Nein" zur Judenmission ausgesprochen. Aktuell wurde dieses Thema in letzter Zeit, seit verschiedene christliche Gruppierungen Mission unter jüdischen Neueinwanderern betreiben. Die Konferenz Landeskirchlicher Arbeitskreise "Christen und Juden" lehnt Mission unter Juden aus theologischen Gründen ab. Bestärkt wurde sie in ihrer Haltung durch einen Vortrag von Professor Dr. Jürgen Roloff, dem Vorsitzenden der Studienkommission Kirche und Judentum der EKD. Roloff machte deutlich, daß zwischen Christen und Juden eine besondere Nähe bestehe. Er erklärte wörtlich: "Das Judentum ist weder eine Fremdreligion noch sind seine Glieder vom Heilsbesitz ausgeschlossen. Es ist die Wurzel, mit der das Christentum zusammengehört und von der es lebt." Für Pastor Arnulf Baumann vom "Zentralverein für Zeugnis und Dienst unter Christen und Juden", ebenfalls Gastredner auf der KLAK-Delegiertenversammlung, wäre es wünschenswert, wenn es einen beiderseits akzeptierten Verhaltenskodex für Kontakte zwischen Christen und jüdischen Neueinwanderern gäbe, um zu vermeiden, daß Kontakte unter den Verdacht der Poselytenmacherei fallen, also eine Notlage zur Bekehrung ausgenutzt wird. Die Konferenz Landeskirchlicher Arbeitskreise "Christen und Juden" wird sich dafür einsetzen, daß diese Grundsatzposition in den Gliedkirchen der EKD übernommen wird und in der Begegnung mit jüdischen Gemeinden verwirklicht wird. Die Konferenz Landeskirchlicher Arbeitskreise "Christen und Juden" (KLAK) ist ein Zusammenschluß der in den einzelnen Gliedkirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) bestehenden Arbeitskreise, die sich mit dem Verhältnis von Christen und Juden befassen. Einmal jährlich tagt in Berlin eine Delegiertenversammlung unter dem Vorsitz von Pfarrer Ulrich Schwemer, Heppenheim. |
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